Geschichte |
 |
Die Geschichte von Honeywell Honeywell blickt auf eine über 120 Jahre alte Tradition zurück. Den Grundstein legte im Jahr 1885 die Entwicklung einer Klappenregelung für Kohleöfen. 1954 wird in Frankfurt die erste deutsche Honeywell Vertriebsgesellschaft gegründet.
1885: Albert M. Butz, ein Sohn Schweizer Einwanderer, entwickelt in Minneapolis, Minnesota/USA, zusammen mit einem Kollegen eine Klappenregelung für Kohleöfen, ein thermostatisches System, das mit Hilfe vorhandener Techniken automatisch die Raumtemperatur in Wohnhäusern regeln kann. Im Jahre 1885 werden die Patente angemeldet und die "Butz Thermo-Electric Regulator Company" gegründet. Es ist dies das erste Unternehmen, das Produkte zur automatischen Regelung der Gebäude-Innentemperatur zum Verkauf anbietet.
1888: Der Unternehmensgründer verlässt Minneapolis. Seine Patente werden von Anwälten in der "Consolidated Temperature Controlling Company" gehalten.
1892: Nach der Umbenennung in "Electric Thermostat Company" übernimmt William Richard Sweatt die Unternehmensführung. Zehn Jahre später wird er Alleininhaber des mittlerweile als "Electric Heat Regulator Company" firmierenden Unternehmens.
1912: Das Unternehmen baut die erste Fabrik in Minneapolis und benennt sich in "Minneapolis Heat Regulator Company" um.
1924: Mark C. Honeywell, ein Pionier der Automatisierungstechnik entwickelt in seinem Unternehmen "Honeywell Heating Specialties Company" den Uhrenthermostaten.
1927: William R. Sweatt, Inhaber der "Minneapolis Heat Regulator Company", und Mark C. Honeywell, Inhaber der "Honeywell Heating Specialties Company" in Wabash, Indiana, verschmelzen ihre beiden Unternehmen. Die neue Firma mit dem Namen "Minneapolis-Honeywell Regulator Company" wird als Aktiengesellschaft gegründet und erzielt 1928 bereits einen Umsatz von 5,25 Millionen Dollar.
1934: Die Produktpalette für industrielle Anwendungen kann durch die Erwerbung der "Brown Instruments Company" zum Jahresende 1934 stark erweitert werden. Gegründet 1859 in Philadelphia produzierte die Firma anzeigende und schreibende Regelgeräte für industrielle Prozesse. Die Brown Instruments Company war auch bereits international tätig. Das erste Standbein in Europa wird die "N.V. Nederlandsche Minneapolis-Honeywell", die im Jahre 1934 gegründet wird. Auf dem Höhepunkt ihrer Vorkriegsaktivitäten hat das Unternehmen 15 holländische und deutsche Mitarbeiter. Zügig folgen weitere Auslandsgesellschaften in England (1936) und Schweden (1938). Nach dem Krieg werden die drei Gesellschaften in Amsterdam, London und Stockholm wieder aufgebaut, zusätzlich eine Gesellschaft in Brüssel (1946) und in Zürich (1947).
1942: Durch die Anforderungen, die an das Unternehmen während der Vorbereitungen zur amerikanischen Kriegsteilnahme im Zweiten Weltkrieg gestellt werden, entwickelt sich die Aero Division als Grundlage des heutigen Geschäftsbereichs Aerospace. 1945: Der Umsatz des Unternehmens überschreitet erstmals die 100 Millionen Dollar Grenze. Weltweit werden über 17.000 Mitarbeiter beschäftigt.
50er Jahre: Honeywell eröffnet auf der ganzen Welt weitere Niederlassungen und Produktionsstätten. 1954 wird in Frankfurt die deutsche Vertriebsgesellschaft gegründet. Auf die weiter steigende Nachfrage nach Automatisierungstechnik reagiert Honeywell mit innovativen Entwicklungen.
1953: Die vielleicht bekannteste Regeleinrichtung der Welt, der Honeywell-Thermostat T68 "The Round®", löst die bisherigen klobigen und rechteckigen Regler im Wohnbereich ab. "The Round" ist in den USA heute ähnlich bekannt wie Coca-Cola oder McDonalds. Er wird immer noch gefertigt.
60er Jahre: Honeywell steigt auch in andere Bereiche der Automatisierungstechnik ein (Industrieautomation, Sensorik, Luft- und Raumfahrt). 1967 überschreiten die Umsätze von Honeywell erstmals die 1 Milliarden Dollar Grenze. Honeywell leistet führende Entwicklungsarbeit im Bereich der Gebäudeleittechnik.
1972: WSE (heute NexWatch, A Honeywell-Company) erfindet die berührungslose Zutrittskontrolle.
80er Jahre: Weltumspannende Kooperationen zur Stärkung des Unternehmens werden eingegangen. Die Gründung von Joint Ventures in West und Ost steigern die Internationalität und die Spannbreite von Honeywell. 1980 wird die Armaturenfabrik Heinrich Braukmann in Deutschland erworben und in Honeywell Braukmann GmbH umbenannt. 1984 folgt der Erwerb der Centra Bürkle GmbH im Bereich der Heizungsregelung.
90er Jahre: In Deutschland werden die Metallwerke Neheim Goeke & Co. (MNG) von Honeywell akquiriert. Im März 1997 schließt die Honeywell Inc. den Erwerb der Aktien der Measurex Corp. (Cupertino/Kalifornien) ab.
1999 Fusion von Honeywell und AlliedSignal.
Die Geschichte von Allied Signal Allied Signal geht auf die 1920 vom Herausgeber der Washington Post, Eugene Meyer, und dem Wissenschaftler William Nichols gegründete Allied Chemical & Dye Corporation zurück. In ihr schlossen sich fünf im 19. Jahrhundert in den Vereinigten Staaten gegründete Chemieunternehmen zusammen.
1928: Allied eröffnet in der Nähe von Hopewell (Virginia) ein Werk für synthetisches Ammoniak, welches sich zum größten Ammoniakproduzenten der Welt entwickeln sollte.
Nach dem 2. Weltkrieg nimmt Allied die Produktion weiterer neuer Produkte, wie z.B. Nylon 6 (aus welchem sich nahezu alles von Reifen bis hin zu Kleidung fertigen ließ) und Kühlmittel, auf.
1958: Das Unternehmen wird in Allied Chemical Corp. umbenannt und verlegt seinen Hauptsitz an den heutigen Standort in Morristown (New Jersey).
1962: Allied erwirbt das Unternehmen Union Texas Natural Gas, welches Öl- und Gasvorkommen auf dem gesamten amerikanischen Kontinent besaß. Allied sieht in dieser Gesellschaft in erster Linie einen Lieferanten von Rohstoffen für seine Chemieprodukte. Das ändert sich jedoch Anfang der Siebziger Jahre, als CEO John Connor (Handelsminister während der Amtszeit von Präsident Lyndon Johnson) zahlreiche der unrentablen Geschäftsfelder von Allied veräußert und in die Suche nach Öl- und Gasvorkommen investiert. 1979, als Edward Hennessy Jr. CEO des Konzerns wird, erwirtschaftet Union Texas 80 % der Erträge von Allied.
1983: Der 1981 in Allied Corp. umfirmierte Konzern erwirbt das Luft-, Raumfahrts- und Automobilunternehmen Bendix Corp. 1984 trägt Bendix bereits mit 50 % zu den Erträgen von Allied bei, wobei Öl und Gas 38 % ausmachten.
Die 1985 erfolgte Fusion von Allied und Signal Companies verhilft den Sparten Luft- und Raumfahrt, Automobil und Technische Materialien zu kritischer Masse. Die1922 von Sam Mosher als Signal Gasoline Company gegründete Signal war ehemals ein kalifornisches Unternehmen, das Benzin aus Erdgas herstellte. Als die Gesellschaft 1928 in die Erdölgewinnung einstieg, wurde der Name in Signal Oil & Gas geändert. Signal schloss sich schließlich mit der Garrett Corporation, einem in Los Angeles ansässigen Luft- und Raumfahrtsunternehmen, zusammen und gab dem Konzern 1968 den Namen Signal Companies.
Durch die Angliederung des Signal-Unternehmensteils Garret an Bendix wird die Luft- und Raumfahrt zur größten Geschäftssparte von Allied-Signal. Im Jahre 1985 veräußerte das Unternehmen 50 % von Union Texas und stößt 1986 mit der Gründung und Abspaltung der Henley Group, Inc. 35 nicht strategische Sparten ab.
1991: Unter dem neuen CEO, Lawrence A. Bossidy, und mit einer neuen Führungsrolle in zahlreichen wichtigen Geschäftsfeldern nimmt AlliedSignal ein umfassendes Umstrukturierungsprogramm in Angriff. Es folgen kühne Maßnahmen, die auf eine Erhöhung des Cashflow, der operativen Margen, und der Produktivität sowie die Positionierung des Unternehmens als eine in den kommenden Jahren global wettbewerbsfähige Kraft abzielen. Der Name Allied-Signal wird 1993 zu AlliedSignal, welches das Bild eines einheitlichen Unternehmens verstärken und die vollständige Integrierung aller Geschäftssparten symbolisiert.
1992: Das Unternehmen veräußert im Rahmen eines öffentlichen Zeichnungsangebots seine restlichen Anteile an Union Texas, welches 940 Mio. US-$ an Nettoerlösen einbringt.
Während der Neunziger Jahre führt Lawrence A. Bossidy eine wachstums- und produktivitätsorientierte Umstrukturierung durch, die eine Vervierfachung des Marktwertes der AlliedSignal-Aktien und eine markante Outperformance des Dow Jones Industrial Average und des S&P 500 bewirkte.
1995: In Deutschland kauft AlliedSignal die Riedel-de Haën AG von der Hoechst AG. Damit erwirbt der Konzern ein besonders in Europa bekanntes, traditionsreiches Feinchemikalienunternehmen.
2005: Honeywell kauft die Firma Novar plc. mit zahlreichen Standorten auch in Deutschland.
Die Fusion von AlliedSignal und Honeywell hat zu einem Unternehmen geführt, das heute eines der führenden weltweit ist. |
|
|